Schützenverein Frose/Anhalt 1702 e. V.

Unsere Geschichte

Aus der Geschichte

Die Geschichte des Schützenvereins Frose/Anhalt 1702 e.V. reicht über drei Jahrhunderte zurück und ist eng mit der Entwicklung des Ortes Frose und der Region Anhalt verbunden.

Bereits im Jahr 1702 erhielten die drei Schützengilden von Frose, Hoym und Reinstedt durch Fürst Lebrecht von Anhalt-Bernburg-Hoym (1669–1727) fast gleichlautende Privilegien – ein Meilenstein, der als offizielles Gründungsjahr der Froser Schützengilde gilt.

Frühe Wurzeln – Schutz und Gemeinschaft

Die Ursprünge der Schützengilde Frose liegen jedoch weit vor dem Jahr 1702.

Schon in früheren Jahrhunderten schlossen sich die Bürger zu bewaffneten Gemeinschaften zusammen, um den Ort und seine Bewohner zu schützen.

Die lange Geschichte Froser Gemeinschaften deutet darauf hin, dass auch die Schützengilde ihren Ursprung in dieser frühen Zeit hat – zumal Frose selbst auf eine über 1000-jährige Geschichte zurückblickt. Bereits im Jahr 954 wurde hier das Kloster Frose vom Markgrafen Gero gegründet.

Privilegien und fürstliche Anerkennung

Nach der ersten Privilegierung von 1702 wurden die Rechte der Gilde mehrfach erneuert:

Im Jahr 1715, erneut 1728 durch Victor Amadeus Adolf (1693–1772) und zuletzt am 17. August 1754. Diese Fassung blieb bis 1839 gültig.

Die mehrfachen Bestätigungen belegen den hohen Stellenwert, den die Schützengilde Frose innerhalb des Fürstentums Anhalt besaß.

Fahnen und Tradition

Ein historisches Foto aus dem Jahr 1934 zeigt Mitglieder der „Privilegierten Schützengilde Frose“ mit vier prächtigen Fahnen.

Zwei davon sind historisch belegt:

  • Eine Jubiläumsfahne, gestiftet von Herzog Friedrich II. von Anhalt anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Gilde.

  • Die sogenannte „Drascher-Fahne“, gestiftet von Gildenmitglied Andreas Drascher und geweiht am 5. Juni 1911.

Leider sind alle Fahnen nach dem Zweiten Weltkrieg verschollen. Gerüchte über ihren Verbleib konnten bis heute nicht bestätigt werden.

Zwischenkriegszeit und Verbandszugehörigkeit

Im Jahr 1908 trat die Schützengilde Frose dem Unterharzer Schützenbund bei.

In Frose fanden bedeutende Schießsportveranstaltungen statt – darunter das VIII. Unterharzer Bundesschießen (1925) und das XV. Bundesschießen (1932).

Diese Ereignisse unterstreichen die große sportliche und gesellschaftliche Bedeutung des Froser Schützenwesens in jener Zeit.

Tragischerweise forderten die beiden Weltkriege viele Opfer.

Im Ersten Weltkrieg verloren fünf Mitglieder der Gilde ihr Leben; genaue Zahlen aus dem Zweiten Weltkrieg sind leider nicht überliefert, da die alten Mitgliederlisten verloren gingen.

Die Wiedergründung

Die Wurzeln des Schützenvereins Frose/Anhalt 1702 e.V. reichen weit in die Vergangenheit zurück. Nach der politischen Wende begann 1990 ein neues Kapitel unserer traditionsreichen Schützengeschichte.

Am 26. August 1990 meldete Reinhard Engler im Auftrag der noch lebenden ehemaligen Schützenmitglieder die Rückgabe des historischen Schützenvermögens an. Gleichzeitig suchte er engagierte Mitstreiter, um den Schützenverein in Frose neu zu gründen und das Schützenwesen in Sachsen-Anhalt wieder aufleben zu lassen.

Neugründung des Vereins

Am 30. April 1991 war es soweit: Die Gründungsversammlung des „Schützenvereins Frose/Anhalt 1702 e.V.“ fand statt.

Zu den Gründungsmitgliedern gehörten:

  • Norbert Träger

  • Lutz König

  • Reinhard Engler

  • Joachim Munk

  • Stefan Mützner

  • Joachim Jahn

  • Joachim Stockmann

  • Gero Mützner

Bereits Ende 1991 zählte der Verein 15 Mitglieder, und bis Mitte 2002 wuchs die Gemeinschaft auf 64 Mitglieder an – ein eindrucksvolles Zeichen für das große Interesse am Schießsport in der Region.

Mitgliedschaften und Verbandsarbeit

Seit dem 1. Januar 1992 ist der Schützenverein Frose/Anhalt 1702 e.V. Mitglied im Landesschützenverband Sachsen-Anhalt, und seit dem 6. April 1992 auch Mitglied im Landessportbund Sachsen-Anhalt.

Zudem ist der Verein Gründungsmitglied des Kreisschützenverbandes Aschersleben-Staßfurt, was seine aktive Rolle im regionalen Schützenwesen unterstreicht.

Höhepunkte und Meilensteine im Vereinsleben

Schon im Gründungsjahr wurde Geschichte geschrieben:

Am 10. und 11. August 1991 fand das erste Schützenfest des wiederbelebten Vereins statt – ein Ereignis, das bis heute als fester Bestandteil unseres Vereinskalenders gilt.

In den folgenden Jahren prägten zahlreiche Projekte und Feierlichkeiten das Vereinsleben:

  • 24. September 1993: Einweihung des restaurierten Saales im Schützenhaus
  • 26. September 1993: Weihe der neuen Vereinsfahne, gestiftet von Erhard Traunsberger und Wolfgang Kunstmann
  • Mai 1994: Beginn des Baus des neuen Schießstandes
  • Juli 1995: Fertigstellung der Sanitäranlagen im Schützenhaus
  • Juni 1997: Sanierung der Fassade des Schützenhauses
  • Dezember 1998: Abschluss des Kücheneinbaus im Schützenhaus
  • Juli 2000: Einweihung des modernen Schießstandes mit
    2 × 100 m-Bahnen
    4 × 50 m-Bahnen
    4 × 25 m-Bahnen

Diese Ereignisse stehen exemplarisch für das Engagement, die Gemeinschaft und den stetigen Aufbau unseres Vereins – getragen von Leidenschaft, Kameradschaft und dem Ziel, die Tradition des Schützenwesens in Frose und im Salzlandkreis lebendig zu halten.